Herdfeuer 47

Art-Nr.: 47

Beschreibung:

Verschiedene Autoren, 68 Seiten, Format DIN A4, zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen, Broschur

Inhalt:

 

Ulrike Pohl: Frija, Frea, Frigg   
Andreas E. Zautner: Die „Hollen“ und die „Herrschekloese“ von Gethles   
Ullrich R. Kleinhempel: Aus dem Reich der Frau Holle in Unterfranken   
Barbara Beyß: Am Finstertor   
Gunivortus Goos: Die Wilde Jagd, der Wilde Jäger und das Wütende Heer
Ines Hardy: Jul-Bericht    
Mirja Dahlmann: Rezensionen
Denise Obermeier: Julfest 

Erscheinungsjahr 2017

Aus dem Editorial von Ulf:

"Liebe Leserinnen und Leser,

mit der dunklen Jahreszeit kommen wir auch zu „dunklen“ Themen. Die Ausgabe 47 unserer Zeitschrift ist als Themenheft „Perchten“ konzipiert.

Perchten - das sind vordergründig Gestalten des alpenländischen Brauchtums mit schrecklich gestalteten Masken. Bei den Perchtenläufen im Winter ziehen diese durch die Dörfer und treiben den Winter aus. Ein Zusammenhang mit älteren, heidnischen Bräuchen ist kaum zu bezweifeln. Die Namensähnlichkeit zu Perchta (Bertha) ist auffällig. Zu ihr schreibt Wikipedia: „Frau Perchta ist eine Sagengestalt, die sich in verschiedener Weise in der kontinentalgermanischen und slawischen Mythologie findet. Sie ist vermutlich unter Assimilation keltischen Substrats aus der germanischen Göttin Frigg hervorgegangen. Ihr entspricht in Mitteldeutschland die Sagengestalt Frau Holle.“ Wir akzeptieren hier mal, dass Göttinnen als Sagengestalten bezeichnet werden.

Nicht überraschend also, daß der Inhalt dieses Heftes mit „Frija, Frea, Frigg“ beginnt.

Die Grundlage für diesen Artikel war ein Workshop „Frei wie Frija- was würde Frigga tun?“, den Ulrike Pohl gemeinsam mit Ina Lucia Hildebrand auf dem Ostara-Treffen 2016 auf der Burg Ludwigstein hielt. Dabei wird nicht nur die altnordische Frigg in der Edda und isländischen Sagas betrachtet, sondern auch die Frija der westgermanischen Stämme einbezogen, einschließlich Vergleichen mit Nerthus und Holle. Schließlich folgt ein Vergleich zwischen Frigg und Frija, und es wird gezeigt, warum es für das Verständnis der altnordischen Frigg wichtig ist, auch die kontinentalgermanische Überlieferung zu analysieren.

Gethles kennt von den Lesern vermutlich niemand. In diesem fränkischen Ort hat sich mit den „Hollen“ und den „Herrschekloesen“ ein den Perchtenläufen ähnliches (aber nicht identisches) Brauchtum erhalten, für das Andreas Zautner zahlreiche Details betrachtet und die heidnischen Ursprünge herausarbeitet. Hier sind es neben den „Herrschekloesen“ die „Hollen“, keine Perchten, die die Verbindung zur Göttin Holle darstellen. Was das mit der „Höll“ zu tun hat? Bitte nachlesen...

Ullrich R. Kleinhempel zeigt, dass nicht alles christlich ist, was vordergründig christlich aussieht. Zahlreiche Mariendarstellungen lassen sich auf Holle/Perchta/Frija zurückführen. Es wird aber auch klar, dass es nicht ganz so einfach ist und Holle nicht einfach durch Maria ersetzt wurde. Die komplexen Zusammenhänge werden an konkreten Beispielen aus Unterfranken erläutert, mit Würzburg und Amorbach als Schwerpunkt, wo selbst in kirchlichen Gebäuden heidnische Motive zu finden sind.

Nach so viel Religionswissenschaft kommt zur Erholung von Barbara Beyß ein Gedicht für Hel. Nun ja, Erholung darf man bei dem Thema kaum erwarten, dafür vielleicht neue Eindrücke und Erkenntnisse.

Es folgen einige Bemerkungen von Gunivortus Goos über die Wilde Jagd, den Wilden Jäger und das Wütende Heer. Dabei betrachtet er weniger das Phänomen an sich, sondern mehr die Geschichte der Überlieferung und deren Grenzen, vor allem die Grenzen der Glaubwürdigkeit.

Ines Hardy berichtet von einem Julfest mit vielen Kindern und gibt dabei mit ihrer Erfahrung viele praktische Hinweise und Anregungen.

Mirja Dahlmann rezensiert für uns wieder Literatur, einmal das Buch von Hermann Ritter und einmal ein beinaheweihnachtliches Weihnachtsbuch.

Das Heft schließt mit einem Gedicht zum Julfest von Denise Obermeier.

Mit diesem Gedicht wünschen wir Ihnen und Euch ein schönes Julfest!

Für das gesamte Redaktionsteam

Ulf"



 

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