Herdfeuer 45

Art-Nr.: 45

Beschreibung:

Verschiedene Autoren, 60 Seiten, Format DIN A4, zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen, Broschur

Inhalt:

  • Ulf: Editorial
  • Barbara Beyß: Zwanzig mal Herdfeuer
  • Markus Paul: Das Skaldengedicht Sonatorrek und warum es für uns so interessant ist
  • Christopher McIntosh: Verdandihilfe
  • Petra Bolte: Die Norne und der Pilz
  • GardenStone und Karl Oßwald: Der Ort Thüste, der Thüster Berg und der germanische Gott Tuisto
  • Günter Schatten: Ahnen und Vasen
  • Karl Seigfried: Relogion und Politk in Asatru und Heidentum
  • Freydis Fagra-Døkka Drifa Blàvörsdóttír: Heilkräuter und Zauberpflanzen: "Die Hundsrose"
  • Hermann Ritter: Rezensionen
  • Ravena: Wenn Runen raunen

Erscheinungsjahr 2017

Aus dem Editorial von Ulf:
"Nachdem sich das letzte, sehr umfangreiche und ausgesprochen wissenschaftlich orientierte Heft mit einem einzigen Thema, nämlich den indoeuropäischen Zwillingsgöttern, beschäftigte, präsentiert die vorliegende Ausgabe wieder eine ausgewogene Mischung aus Dichtung und Wahrheit (genauer: Mythen und Wissenschaft), aufgelockert mit Gedichten und garniert mit Bildern.
(...)

Barbara Beyß blickt auf ihre langjährige Tätigkeit in der Redaktion zurück und gibt damit einen tiefen Einblick in das Redaktionsgeschehen. Wenngleich noch einiges in der Redaktions-Inbox liegt, möchte ich doch besonders auf ihren Aufruf zum Schreiben interessanter Beiträge verweisen und dies den Lesern (und zukünftigen Mitarbeitern) ans Herz legen.

Markus Paul missfiel, dass eines der umfangreichsten und wichtigsten Gedichte aus der Edda-Zeit kaum in deutscher Sprache zu finden war. Daher machte er sich an die Arbeit und übersetzte die Sonatorrek (Der Söhne Verlust) des berühmten Skalden Egill Skallagrimsson. Nein, eine einfache Übersetzung kann man das nicht nennen, denn statt das Gedicht wörtlich zu übersetzen, hat er das Versmaß Kviðuháttr berücksichtigt und damit ein eigenes Gedicht geschaffen. Zudem geht er im begleitenden Artikel umfangreich auf Inhalt und Umfeld ein.

So wie Egill Sorgen hatte, haben auch manche Heiden – nicht anders als alle anderen Menschen – manchmal durch Krankheit verursachte Sorgen. Bevor die Sorgen zu groß werden, sollte man sich Beistand holen. Den gibt es jetzt auch speziell für Heiden in Form der Verdandi-Hilfe, die im nächsten Artikel vorgestellt wird.

Zurück zur Dichtung: Petra Bolte zeigt im Märchen von Norne und Pilz, wie sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auf so etwas vermeintlich banales wie die Pilzsuche auswirken können.

Den Götternamen Tuisto kennen wir nur aus Tacitus' Germania. Der Ort Thüste und auch der nahe „Thüster Berg“ sollen nach diesem Gott benannt sein. Was dahintersteckt und was das mit dem Teutoburger Wald zu tun hat, erklären GardenStone und Karl Oßwald.

Erfahrungen mit mehr oder weniger gelungenen Ritualen haben wohl viele der Leser. Günter Schatten überspitzt das ganze satirisch, wenn er über Rituale für Asen und Vanen, nein, hier sind es Ahnen und Vasen, berichtet, und darüber, was die Götter davon halten....

Seit (neuheidnischem) Menschengedenken gibt es einen Streit darüber, ob und inwieweit Religion und Politik zu trennen sind. Ganz konkret heißt das, inwieweit wir uns als Heiden politisch äußern sollten. Gemeint ist damit die persönliche Tätigkeit; das hat nichts mit der politischen Neutralität des Eldaring zu tun. Karl-E. Seigfried befasst sich intensiv mit diesem Thema und kommt zu einem klaren Ergebnis. Dazu ist anzumerken, dass gerade in den USA die in diesem Text immer wieder hochkochende Diskussion zwischen linken und rechten Heiden offenbar verbreiteter ist als bei uns. Anders ausgedrückt: Die von Seigfried genannten Extreme und die daraus resultierenden Diskussionen sind bei uns eher selten, was aber nicht heißt, dass der ganze Eldaring dieselbe politische Meinung hätte – was ja auch ziemlich schlimm wäre. Andererseits treten derartige Fälle schon mal auf, wie das von Seigfried angeführte Thema aus Island zeigt. Hier fühlte sich der Eldaring zu einer klaren Stellungnahme verpflichtet. Ein ganz anderes Beispiel ist vielleicht die Interpretation des Hávamál-Verses: Die von Seigfried aufgeführten Parteien (und zwar beide) kommen gar nicht auf die Idee, dass das Leben damals eben doch ein klein wenig anders war als heute. Man musste schon seine Waffe dabei haben, um zu überleben. Eine wörtliche Interpretation alter Mythen führt halt ebenso in die Irre wie eine völlig freie, zusammenhanglos in die moderne Zeit übertragene. Insgesamt sollte der Artikel zum Nachdenken und Weiterdiskutieren anregen.

Zurück in die Zukunft, also zu Skuld (siehe oben beim Märchen von Norne und Pilz): Hermann Ritter hält im Jahr 2315 einen Vortrag über eine lange vergangene und fast vergessene Zeit in den Anfangsjahren der heidnisch-nordischen Renaissance – das frühe 21. Jahrhundert. Wer sich da nicht wiederfindet, lebt vielleicht in einer anderen Zeit.

Nun wird es wieder wissenschaftlich: Freydis Fagra-Døkka Drifa Blavörsdottir stellt uns die Wildrose vor und betrachtet sie umfangreich von allen Seiten: biologisch, medizinisch und mythologisch.

Darf man auch schlechte Bücher rezensieren? Man darf, denn sonst würde ja niemand vor ihnen warnen. Insofern enthält die Rezension über „Von Ariern und Aliens“ zahlreiche Hinweise, was man handwerklich, inhaltlich und meinungsmäßig als Autor verbessern könnte, um es mal positiv auszudrücken.

Ravena rundet das alles zum Schluss mit einem Runen-Gedicht ab.

Ich wünsche eine anregende Lektüre mit den ernsten und heiteren Themen der Herdfeuer-Ausgabe 45.
Für das gesamte Redaktionsteam
Ulf"

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