Herdfeuer 43
Ausgabe Herdfeuer 43

Herdfeuer 43

Art-Nr.: 43

Beschreibung:

Herdfeuer 43

 
Verschiedene Autoren, 72 Seiten, Format DIN A4, 7 Farbbilder und zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen, Broschur, 2016
 


Inhalt:

Eldar Heide: Widersprüche mit System?   
Barbara Beyß: Die germanische Kosmologie als ein System aus Widersprüchen   
Berit: Eine Färöer-Impression   
Jens Brehmen: Von der Auswirkung christlichen Einflusses auf die Aussagekraft heidnischer Geschichten   
Gardenstone: Thorri und das Thorrablót   
Andreas Mang: Der Wächter   
Christiane Kliemannel: Rezension   

Aus dem Editorial:  

Der Leitartikel dieser Ausgabe stammt von dem norwegischen Sprach- und Kulturwissenschaftler Eldar Heide und erschien erstmals 2014 unter dem Titel Contradictory cosmology in Old Norse myth and religion – but still a system? in Maal og Minne („Sprache und Erinnerung“), einem skandinavischen Fachjournal für Sprachwissenschaften, das wohl nur den wenigsten Lesern unserer Zeitschrift bekannt oder zugänglich ist. Der Inhalt des Artikels dürfte für viele Asatru aber sicher von großem Interesse sein, geht es hier doch um die Fragestellung, inwieweit das uns vertraute System der neun Welten von Yggdrasil tatsächlich mit den Glaubensvorstellungen unserer germanischen Vorfahren im Einklang steht. Der begleitenden Artikel von Barbara Beyß gibt einen kurzen Überblick über die geläufigen kosmologischen Vorstellungen im modernen Asatru, die sich, folgt man Prof. Heide, ganz erheblich von dem unserer heidnischen Vorfahren unterscheiden, zumindest soweit sich das anhand der Quellenlage beurteilen lässt. An dieser Stelle möchten wir uns ausdrücklich bei Markus Nicklas bedanken, der in den Weiten des Internet auf diesen Artikel aufmerksam wurde, an den Autor mit der Bitte um Erlaubnis für eine deutsche Übersetzung und Publikation herantrat, selbst eine Erstübersetzung ins Deutsche vornahm und diese der Homepage des ER wie auch der Herdfeuer zur Verfügung stellte. Für die Publikation in dieser Zeitschrift wurde die Übersetzung von Ravena und von Barbara Beyß noch einmal erheblich überarbeitet, darüber hinaus wurden einige erläuternde Anmerkungen und ein Anhang zu den verwendeten Primärquellen hinzugefügt, da diese dem Leser wohl nicht immer so geläufig sein werden wie dem gelehrten Fachpublikum, für das der Artikel ursprünglich gedacht war. Es handelt sich dabei um die erste Veröffentlichung dieses Textes in einem deutschsprachigen Printmedium überhaupt - mag der Leser also nun den Thesen des Autors zustimmen oder nicht, er erhält auf jeden Fall einen „state of the art“ Einblick in den aktuellen Forschungsstand zur heidnisch-germanischen Kosmologie.
Anschließend folgt eine Färöer-Impression von Berit, welche mit wenigen Worten anschaulich ihre Reise in dieses kleine Nebelreich schildert. Eindrucksvolle Naturfotografien der Autorin begleiten den Text.
In einem durchaus sehr persönlichen Artikel beschäftigt sich im Anschluss Jens Brehmen mit dem christlichen Einfluss und der christlichen Deutung heidnischer Geschichten im Allgemeinen. Ausgangspunkt sind drei eddische Lieder, deren heidnische Authentizität angezweifelt wird. Brehmen legt uns hier aber anschaulich dar, warum auch gerade diese Geschichten für Heiden von Bedeutung sein können.
Eine der Spezialitäten Gardenstones ist das (Wieder-)entdecken von im modernen Asatru kaum bis gar nicht bekannten germanischen Gottheiten und das Hinterfragen unseres vermeintlichen Wissens über die altbekannten Götter. In seinem hier veröffentlichten Essay untersucht er Thorri und Thorrablót und legt anhand der verschiedenen Quellen dar, wer Thorri eigentlich ist und warum wir das Thorrablót feiern.
In der Geschichte Der Wächter von Andreas Mang bemüht sich Heimdall um Kontenance angesichts neuer Aufgaben und der daraus resultierenden Auseinandersetzung mit diversen Ungläubigen und auch einem Gläubigen. Mang hält uns und unseren Anschauungen dabei in amüsanter und selbstironischer Art und Weise den Spiegel vor.
In ihrer Rezension bespricht Christiane Kliemannel Die große Hörbuchbox der nordischen Sagen von Katharina Neuschaeffer. Sie untersucht das Gedankengut dieser Neuinterpretation und kommt dabei zu dem Schluss, dass die Vielfalt der nordischen Götterwelt auch hier unter einem zu einfachen, dualistischen Weltbild leidet.
Die Bilder zu dieser Ausgabe wurden, wenn nicht anders angegeben, von Berit beigesteuert. Um sie entsprechend zur Geltung zu bringen, haben wir einige von ihnen in bunt abgebildet. Wir hoffen, dass Ihr von dem Ergebnis genauso begeistert seid, wie wir in der Redaktion.

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