Herdfeuer 33

Art-Nr.: 033

Beschreibung:

Herdfeuer 33

Inhalt:

Eira: Otter

  • Gunnar Creutz: Die Begriffe Asaglauben und Firne Sitte
  • Hermann Ritter: Gegen das Schweigen
  • Ines Hardy: Ostara – Feste Feiern mit Kindern
  • Michael Strmiska: Odin und der Buddah
  • Odin und der Buddah Kurt Oertel: „Denn es steht geschrieben....“ Eine kleine Quellenkunde für Heiden
  • Winifred Hodge Rose: Der Brautkauf – Gewinn, Geschenk, Hamingja
 
Die Herdfeuer bekommt ab dieser Ausgabe mit einem farbigen Umschlag ein neues und zeitgemäßes Gesicht, wobei das Layout zwar modernisiert, auf Kontinuität bei den wesentlichen Gestaltungsmerkmalen aber geachtet wurde. Wir hoffen sehr, dass unseren Lesern das Ergebnis genauso gut gefällt wie uns vom Redaktionsteam selbst!
 
Der Jahreskreis bietet uns Heiden viele Gelegenheiten, Feste zu feiern, und Ostara ist sicher eine der fröhlichsten davon. In ihrem Artikel Ostara – Feste Feiern mit Kindern erzählt Ines Hardy von solchen Feiern, die sie in den vergangenen Jahren mit und für Kinder und Erwachsene gestaltet hat. Ihr sehr lebendiger und humorvoller Bericht kann dabei vielleicht so manch einem auch als Anregung für eigene Festlichkeiten dienen.
 
Winifred Hodge Rose beschäftigt sich in ihrem Artikel Der Brautkauf – Gewinn, Geschenk, Hamingja ausführlich mit den spirituellen Hintergründen dieser Praxis bei den vorchristlichen germanischen Völkern. Dabei wird deutlich, dass es hierbei nicht, wie zu späterer Zeit, lediglich um den Austausch materieller, in Geldwährung zu bemessender Ware ging. Vielmehr waren die Brautgeschenke – Kostbarkeiten und Kleinode ebenso wie Waffen und Haushaltsgegenstände – vom Sippenheil, also von der Hamingja der Schenkenden erfüllt, es ging somit viel eher um die Stärkung von Ehre und Vertrauen zwischen den Brautleuten und ihren Sippen als um materielle Güter.
 
Der ein oder andere Leser mag noch die vor der letzten Mitgliederversammlung des Eldaring geführte Diskussion im Gedächtnis haben, in der es darum ging, ob Ausdrücke wie „Alte Sitte“ oder „Firne Sitte“ neben „Asatru“ als Bezeichnungen für den Verein verwendet werden können. Wie der Artikel Die Begriffe Asaglauben und Firne Sitte zeigt, ist diese Namensdiskussion nun keineswegs auf den Eldaring und auch nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern wird derzeit in vielen Ländern und Gruppierungen geführt. Der Autor des Artikels, Gunnar Creutz, ist Sekretär und Vorstandsmitglied der schwedischen Samfundet Forn Sed Sverige, einer Vereinigung, die wir wohl als Asatru bezeichnen würden, diese sich selbst aber – nach längerer Diskussion – seit 2010 eben als „Forn Sed“ (Firne Sitte). Der Artikel erläutert diese Begriffe und ihre Hintergründe.
 
Michael Strmiska, der Autor des Artikels Odin und der Buddha, ist ein amerikanischer promovierter Religionswissenschaftler, dessen Interessensschwerpunkt seit einem Studienaufenthalt auf Island 1996 beim heutigen germanischen Heidentum liegt. Sein Artikel stellt einen sehr persönlich geprägten Zugang zum Thema „Mitgefühl im Asatru“ dar. Strmiska sieht eine Parallele zum buddhistischen Konzept des Mitgefühls in der Asatru-Tugend der Gastfreundschaft, die er allerdings sehr viel umfassender defniert, als es in manchen Asatrukreisen üblich ist, so dass er letztlich in ihr „ein Samenkorn für ein mögliches altnordisches Verständnis vom allumfassenden Mitgefühl“ zu erkennen vermag.
 
„Wer einen Artikel in einer Tageszeitung zu lesen vermag, billigt sich automatisch dieselbe Lesekompetenz bei einem mittelalterlichen oder antiken Text zu.“ konstatiert Kurt Oertel etwas sarkastisch in seinem Artikel: „Denn es steht geschrieben....“ Eine kleine Quellenkunde für Heiden. In dieser auf drei Teile angelegten Artikelserie zeigt er auf, dass man allerdings antike und mittelalterliche Ethnografen nicht wie moderne Sachbücher lesen darf, sondern dass man dafür mindestens über Grundkenntnisse der jeweiligen historischen wie auch literaturwissenschaftlichen Hintergründe dieser Texte verfügen muss, um folgenschwere Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu vermeiden.
 
In Form von inzwischen langvertrauten Rubriken vervollständigen das Heft Eiras Geist im Tier, worin es diesmal um den freundlichen und verspielten Otter geht, sowie eine Buchrezension von Kirsten Scholz über Die Legende von Sigurd und Gudrun, der von Christopher Tolkien posthum aus dem Nachlass seines Vaters J.R.R. Tolkien herausgegebenen und durchaus nicht unumstrittenen dichterischen Adaptation dieser nordischen Sage.
 
Wir wünschen allen Lesern einen wunderbaren Frühlingsanfang! Für das Redaktionsteam Barbara Beyß
 
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