29 Merkur-Wodan

Art-Nr.: 029

Beschreibung:

 
GardenStone: "Der Merkur-Wodan Komplex - Ein Vorschlag zur Lösung"
 
36 Seiten. Themenheft.
 
Heft 29, 3/2010, 8. Jahrgang
 
Herdfeuer 29 ist ein wieder ein "Themenheft" geworden. Diesmal freuen wir uns, dem interessierten Leser eine bisher noch nicht veröffentlichte Arbeit von GardenStone präsentieren zu können, die er uns freundlicherweise zum Erstabdruck zur Verfügung gestellt hat. Sie trägt den Titel: "Der Merkur-Wodan Komplex - Ein Vorschlag zur Lösung"
 
Gardenstone ist bekanntlich ein im Taunus ansässige Niederländer, der seit vielen Jahren praktizierender Ásatrú und auch aktives Mitglied im Eldaring ist. Er hat zahlreiche Bücher verfasst, von denen sicher "Germanische Magie" und "Germanischer Götterglaube" die bekanntesten sind. In den meisten seiner sonstigen Veröffentlichungen der letzten Jahren liegt der Schwerpunkt bei seinen religionshistorischen und quellenkundlichen Forschungen zu einzelnen Themen der kontinental- bzw. "süd"germanischen Mythologie. Erwähnt werden sollten hier insbesondere die Büche "Göttin Holle" von 2002, "Nebelhexen" von 2005 und "Die Rückkehr der Göttin Nehalennia" von 2008.
 
Alle seine Bücher beruhen auf ausführlicher historischer Forschung und bestechen durch ihre Fülle von Originaltexten, die er nach mühevoller und teils langwieriger Suche aus den verschiedensten und zum Teil entlegenen Quellen zusammengetragen hat. Hierdurch konnte er sich mittlerweile durchaus auch in Fachkreisen einen Ruf als ebenso origineller wie gerne auch einmal kontrovers-"querdenkender", immer aber seriöser und quellenkundiger Forscher etablieren.
Gerade zur kontinentalgermanischen Mythologie sind die Quellen ja bekanntermaßen dürftig oder/und überaus unterschiedlich interpretierbar, und in seinen Texten weist GardenStone oft (und gerne) nach, dass hier keineswegs alle auch von akademischer Seite als gesichert geltende Thesen auch tatsächlich so fundiert sind, wie es zunächst scheinen mag. Einerseits erweisen sich zahlreiche ältere Sichtweisen durch neuere Ergebnisse der Forschung als überholt, werden aber immer noch und immer wieder gerne in die Diskussion mit aufgenommen, andererseits beruhen zahlreiche Darstellungen auch in wissenschaftlich-akademischen Abhandlungen auf Übernahmen aus bei näherer Betrachtung recht unsicherer Quellenlage.
Was stimmt also, was nicht? Was kann und darf überhaupt als gesichert gelten? Hier versucht GardenStone dem Leser Anreize zu bieten, zu seinen eigenen Überlegungen und Schlussfolgerungen zu kommen. "Kritisches Lesen, Mitdenken und der bewusste Wechsel des Blickwinkels" - dazu wollen alle seine Texte den Leser einladen.
 
Diese Intention liegt auch dem in der aktuellen Herdfeuer präsentierten Text zum Thema "Merkur-Wodan" zugrunde.
In zahlreichen wissenschaftlichen wie populären Veröffentlichungen zum Thema "Götter der Germanen" heißt es oft: "Den Hauptgott der Germanen, Wodan, setzten die Römer mit ihrem Merkur gleich." Das hat man mittlerweile so oft gelesen, dass man es fraglos als selbstverständliche Tatsache hinnimmt.
GardenStone nimmt sich nun die geistige Freiheit heraus, zu fragen: Ach ja? Ist das tatsächlich so?
Also: War es tatsächlich "der germanische Hauptgott Wodan", den die Römer als “Merkur” bezeichneten? Und noch darüber hinaus gehend: Gab es in den südgermanischen Gebieten zur Römerzeit überhaupt einen "Hauptgott Wodan"?
Wer sich traut, bequem gewordene, weil gut eingefahrene Gedankenwege zu verlassen und dem Autor auf seinem Argumentationspfad zu folgen, der wird bald feststellen, dass in den zugänglichen Quellen tatsächlich nirgendwo beweisbar dargelegt wurde, dass es in den germanischen Provinzen und ihrem Umland zu Zeit der Römer einen Gott namens "Wodan" gab.
Selbst, wer der Argumentation des Autors nicht folgen kann, wird doch anhand der in solcher Präzision und Ausführlichkeit nur selten dargestellten Quellenlage diesem schließlich nur bestätigen können, dass tatsächlich – und nicht erst seit dem Hochmittelalter - immer "ein Gelehrter beim anderen abschreibt", und auch, dass etwas, das oft (ab)geschrieben wurde, deshalb noch lange nicht wahr sein muss.
 
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