Freyfaxi

Eira 2003

Freyfaxi ist im Grunde ein Erntefest. Diese Bezeichnung findet sich in der Saga vom Freyspriester Hrafnkel als Name eines Hengstes, der Frey geweiht ist.

Da aber aus anderen Sagas hervorgeht, dass zum Ende des Sommers ein Freyblót stattfand, wurde diese Bezeichnung für das Fest übernommen. Zum Anlass dieses Festes wurde und wird Frey gedankt für die Ernte, dafür, dass er den Pflanzen die Kraft zum Wachsen gab. Meist war das mit einem anschließenden großen Gelage verbunden.
Zu einem Erntefest passt es natürlich wunderbar, wenn der Opfertisch mit den Früchten der Felder und Wälder geschmückt wird: Kornähren, Äpfel, Kartoffeln, Beeren, Pilze und ähnliches, die natürlich auch geopfert werden.
Natürlich wurden Festtermine früher anders berechnet als heute. Es hätte sich damals nicht geziemt, ein Erntefest abzuhalten, bevor die gesamte Ernte eingebracht war. Andererseits durfte nach dem Einbringen der letzten Früchte keine lange Zeit bis zum Fest vergehen.Heutzutage wird Freyfaxi meist zur Herbst- Tagundnachtgleiche gefeiert. So kann man dieses Fest im Terminkalender verankern und besser planen.

Hauptthema des Blóts ist natürlich die Ernte und der Gott Frey. Manche legen die Winternacht und Freyfaxi zusammen, andere feiern Winternacht für sich zum 31.Oktober/ 01.November.
Zu Beginn des Blóts wird Frey angerufen. Ihm gebührt der Dank und das Hauptopfer.
Das Opfer sollte möglichst aus Teilen der Ernte des Jahres bestehen. Zum Einen drückt es den Dank an den Gott aus, zum anderen soll das Opfer ihm Kraft geben, damit er sich auch im nächsten Jahr gut um die Feldfrüchte kümmern kann.
Bier und Met passen natürlich wunderbar als Opfer. Wer auf Alkohol verzichten will, nimmt statt Quellwasser zu diesem Fest besser Apfel- oder Traubensaft.
Freyfaxi ist das allerletzte große Fest am Ende des Sommers. Es wird besonders ausgelassen gefeiert, umso mehr, wenn man weiß, dass die Ernte gut war und es im Winter an nichts fehlen wird.
Wenn man die alten Feste feiert, muss man sich einfach vor Augen führen, wie sehr die Menschen damals auf ihre Ernte angewiesen waren. Man konnte nicht mal schnell nach Russland telefonieren und Getreide bestellen, wenn man im eigenen Land eine schlechte Ernte hatte. Schlechte Ernte bedeutete immer Hunger und Verlust an Vieh. Das war schlimm. Das bewusste Feiern eines Erntedankfestes kann den Sinn wieder schärfen für die Vorgänge in der Natur und auf den Feldern. Man sollte sich bewusst machen, wie sehr wir immer noch von Mutter Erde abhängig sind und dass sie sowohl unsere Achtung als auch unseren Schutz verdient, denn sonst wird sie irgendwann aufhören, uns zu ernähren.